Drucken

Von Zweifall nach Mulartshütte und zurück
--> Der Zweifaller Wald in der Nordeifel


  • Weg: Vom Parkplatz am Restaurant "Solbachtal" bei Zweifall auf den Ort zu, von dort in Richtung Mulartshütte und im Bogen wieder zurück zum Parkplatz --> Streckenkarte
  • Weglänge: ca. 13,5 km
  • Dauer: 3,5 h
  • Schwierigkeit: Leicht, zwei Steigungen.
  • Bewertung: Nette, reine Waldwanderung, die aber ansonsten nichts besonderes zu bieten hat.
  • Informationen und Karten: Angeregt durch einen Artikel aus der Aachener Zeitung vom 7. August 2003 hatte ich diese Strecke endlich einmal in Angriff genommen. Als Karten empfiehlt sich die Wanderkarte Nr. 1 des Eifelvereins Aachen/Eschweiler/Stolberg.

Sonntag, 18.09.2005 - Wahltag! "Ein neuer Anfang" steht auf einigen der Wahlplakate. Beim Lächeln der Kandidatin läuft es mir eiskalt den Rücken herunter, aber die Aussage ist ja richtig: Der Herbst hat begonnen und damit auch die Wanderzeit.

Das Wetter ist so, wie es sein sollte: Sonnig, blauer Himmel und nicht zu warm. Also mache ich tatsächlich einen Anfang und plane eine neue Wandertour. Schnell ist klar, in welche Richtung es gehen soll, denn ich bin in diesem Jahr noch gar nicht in der Rureifel/Nordeifel gewesen. Diesen Teil der Eifel habe ich in den letzten beiden Jahren besonders lieb gewonnen. Zudem liegt er so relativ nah und wenn man von Osten kommt, ist allein schon die Fahrt ab Nideggen einen Ausflug wert. Allerdings zeigt sich auch schnell, dass die oben erwähnten Bedingungen auch viele andere Menschen hervorgelockt hat und die Straßen sind dementsprechend belebt und der Parkplatz beinahe belegt. Der Sonntagsausflug ist eben noch in vielen Familien lebendig, ein Grund, warum ich eigentlich lieber in der Woche unterwegs bin.

Auf dem Weg durch das Tal in Richtung Zweifall kommt eine weitere Störung hinzu: Angelockt durch die kurvigen Straßen, nutzen auch besonders viele Motorradfahrer den Sonntag und das herrliche Wetter. Das Brüllen der hochgedrehten Motoren schallt jedes Mal lautstark von der Straße im Tal hinauf. Ein Ärgernis im Minutentakt.

Nach 1,5 km ist es aber dann geschafft, der Weg hat sich so weit vom Tal entfernt, dass von der Straße nichts mehr zu hören ist. Dafür war eine Steigung nötig, die an der Kreuzung, an der die "Wilhelm-Storb-Eiche" als Naturdenkmal in der Karte eingezeichnet ist, geschafft ist. Zu finden ist dieses Denkmal nur schwer und es ist eher Zufall, wenn man nicht zuvor in der Karte nachgesehen hat. Zugegeben, es stehen an dieser Stelle nicht viele Eichen, aber besonders dick oder ungewöhnlich erscheint mir der Baum auch nicht. Auch ist sein Standort nicht so exponiert, dass die Eiche besonders schnell ins Auge fallen würde. Nur ein verwittertes Schild in etwas 4 m Höhe zeichnet den Baum aus. Oder ist es heute schon ungewöhnlich, dass es überhaupt noch Eichenbäume gibt?

Bald nach dem Naturdenkmal erreiche ich die "Zweifaller Schneise", ein schnurgerader Weg durch den Wald. Ihm folge ich ein Stück, um dann nach etwa 2 km links abzubiegen und den Weg ins Tal zu nehmen, der zum Völlerbach führt. Auf dem Weg dorthin weißt in einer Kurve ein Schild auf die "Groß-Quelle". Nur wenige Schritte von Weg entfernt plätschert dann auch aus einem Tonrohr heraus das Nass. Die im dunklen Schatten der Bäume liegende Quelle mündet schon nach einem Meter in einen den Hang herunterfließenden Bach. Was ist also so hinweisenswert, dass eigens hierfür ein Schild aufgestellt wurde? Die Antwort auf diese Frage kann ich nicht geben, aber im Hochsommer ist dieser Platz bestimmt sehr angenehm, um dort eine Rast einzulegen und sich zu erfrischen.

Wenig später und ein Stück weiter talwärts ist es dann der schon erwähnte Völlerbach, der in der Nähe parallel zum Weg verläuft und munter seine Geschichte vor sich hin murmelt. An dieser Stelle fällt mir auf, dass es bis hier her still im Wald gewesen ist, sieht man einmal von den Begegnungen mit anderen Wanderern oder Spaziergängern ab. Dabei stellt sich dann eine ganz grundsätzliche Frage zu dieser Tour, nämlich ob ich nicht die falsche Zeit im Jahr gewählt habe. Die Strecke verläuft fast ausschließlich durch dichtes Waldgebiet und auf breiten Wegen, Ausblicke oder Sehenswertes bietet sie nicht. Im Sommer ist es bestimmt angenehm, wenn die hohen Baumkronen Schatten spenden, im Mai erstrahlen die vielen Buchen am Wegesrand im saftigen Grün und die Vögel singen um die Wette, im Oktober leuchten die Blätter bunt in orange-rot und Brauntönen. Jetzt, Mitte September, ist es aber eben einfach nur still, die Blätter haben noch nicht begonnen sich zu verfärben, zu den fehlenden Sehenswürdigkeiten auf der Strecke kommt um diese Jahreszeit also auch noch eine gewisse Monotonie.

Die Stille und das friedlich Rauschen des Baches wird mit dem Näherkommen der Straße zwischen Zweifall und Mulartshütte jäh unterbrochen, denn dort sind wieder die Motorradfahrer auf der Piste unterwegs. Die nächsten 2 km bis Mulartshütte werden sie wieder zur Geräuschkulisse und Spaziergänger vom nahen Campingplatz kommen vermehrt entgegen.

Von der Straße im Ort gilt es die zweite Steigung der Wanderung zu nehmen. 3 km geht es dann wieder schnurgerade durch die "Mulartshütter Schneise" auf dem "Wanderweg der Deutschen Einheit" - da schau an, was es nicht alles gibt! Die "Zweifaller Schneise" wird am Ende dieser Strecke diesmal nur gequert und es geht jetzt hinunter ins Solbachtal.

Auf dem letzten Kilometern zurück zum Ausgangspunkt macht sich dann das näherkommende Restaurant bemerkbar, denn die Zahl der Spaziergänger nimmt mit jedem Schritt zu.



Drucken  Drucken