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Von irdischen und himmlischen Antennen
--> Rund um Kirchsahr


  • Weg: Vom Parkplatz am Feuerwehrhaus in Kirchsahr-Binzenbach ein Stück die Landstraße hinauf in Richtung Bad Münstereifel. In der ersten Straßenkehre dann mit dem Wegweiser Richtung "Effelsberg" in den Waldweg abbiegen. Die nächsten Ziele sind die Fischteiche im Heidenbachtal, das Radioteleskop, die Kapelle "Auf Seligen" und Kirchsahr. Von dort dann wieder zurück nach Binzenbach --> Streckenkarte
  • Weglänge: ca. 7,5 km
  • Dauer: 2,5 h
  • Schwierigkeit: Leicht, eventuell mit Steigungen.
  • Bewertung: Schöner Spaziergang mit sehenswerten und interessanten Anlaufpunkten, in einem Gebiet der Eifel, das nur wenige Autominuten von den touristischen Hauptströmen entfernt liegt und dennoch von diesen vergessen worden zu sein scheint - gut so!
  • Informationen und Karten: Die Idee für diese Strecke habe ich dem Internetauftritt der Gemeinde Kirchsahr entnommen. Aufgeführt ist sie dort aber nicht mehr. Einen Blick auf die Wanderkarte 1 : 25 000 Das Ahrtal, die Wanderkarte Nr. 9 des Eifelvereins, ist deshalb zu empfehlen.



Anmerkung 2012

Für einen Wanderführer bin ich die Strecke im Jahr 2012 erneut gelaufen, diesmal ist das Gebiet mit einer ganzen Reihe von Wandermarkierung versehen und so biege ich diesmal an den Teichen nicht links ab, sondern bleibe auf dem Weg. An einer Informationstafel zum Max-Planck-Weg gehe ich dann zunächst geradeaus, um so zu einer Aussichtplattform und einem Besucherpavillion oberhalb davon zu gelangen.

Anschließend kehre ich aber wieder zu der Info-Tafel zurück, um dann den Effelsberger Bach zu überqueren. Mit ihm umrunde ich das Gelände des Radioteleskops und gehe so dem Bachlauf ein Stück im Tal entgegen. Nach etwa einer Viertelstunde zweige ich rechts in ein v-förmiges Tal ab und steige den Berg hinauf, halte mich oben rechts und folge einem asphaltiertem Wirtschaftsweg bis zur Kapelle "Auf Seligen". Von dort geht es dann weiter hinab nach Kirchsahr und zurück nach Binzenbach wie unten beschrieben.
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Als Stellplatz für das mitgebrachte Auto bietet sich der Parkplatz an der Feuerwache in Binzenbach an. Von hier geht es für mich los. Zwar führt der Weg zunächst ein Stück weit an der Straße in Richtung Bad Münstereifel entlang, aber dies ist kein Hinder- oder Ärgernis, denn die Strecke wird kaum befahren und so kommen mir, während ich zum Abzweig des Wanderweges gehe, auch nur ein kleines Rudel Motorräder und zwei Radfahrer entgegen. In der ersten Kurve finde ich dann einen Wegweiser für Wanderer, der zum Radioteleskop Effelsberg zeigt, und bin für die nächsten zwei Stunden allein unterwegs.

Der Weg führt zunächst durch Wald, der jetzt im Frühsommer in frischem Grün dasteht, dann aber verläuft er im Tal am Rande der Bäume und Wiesen entlang, bis die Fischteiche im Heidenbachtal erreicht sind. Leider sind die Teiche umzäunt und so ist es nicht möglich, hier eine kleine Rast am Wasser einzulegen. Aber im Tal fließt ein Bach und sich an diesem niederzulassen und seinem Murmeln zuzuhören ist eigentlich auch viel lustiger als auf die stille, glatte Wasseroberflähe zu starren.

Bis hier her bin ich der Wandermarkierung 2 gefolgt. Laut Skizze müsste der Weg geradeaus verlaufen und damit die Markierung verlassen. Über die offene Weide ist auch ein Weg zu erkennen und so folge ich dieser Spur. Am Ende der Weide gelange ich zum Bach, bleibe stehen, um auf die Karte zu sehen, und höre ein dumpfes Klopfen. Über mir ist ein Specht dabei, sich eine Höhle in den Baum zu hacken. Leider ist nur das runde Eingangsloch zu sehen, der Vogel ist also schon mit dem Innenausbau beschäftigt.

Der eingeschlagene Weg überquert an dieser Stelle den Bach, aber der Skizze zufolge passiert dies nicht, auch ist hier kein Weg auf meiner Wanderkarte eingezeichnet - was also tun? Zurück zu den Teichen zu gehen und dort nach dem richtigen Weg zu suchen erscheint mir das Beste zu sein. Immerhin bin ich dort auch wieder auf einem nummerierten Wanderweg.

So umrunde ich also die Fischteiche auf der 2 und muss dafür nun einen Hang hinauf steigen. Doch dieser Weg bringt mich nicht nur durch den Wald immer mehr in die Höhe, sondern auch immer weiter in eine falsche Himmelsrichtung. Deshalb nehme ich den ersten Weg, der nach rechts abbiegt. Bis dahin habe ich bereits einige Meter an Höhe gewonnen, doch auch der neu eingeschlagene Weg steigt weiter an und läuft bald auch nicht mehr in die gewünschte Richtung.

Dann allerdings trete ich aus den Wald heraus und kann in einiger Entfernung eine Kirchturmspitze erkennen. Ich wende mich nach rechts und sehe etwas weißes über den Baumgipfeln hervorragen: Das Radioteleskop. Da dies meinen nächsten Anlaufpunkt darstellt, gehe ich am Waldrand darauf zu, um so an einen steilen Abhang zu gelangen. Nützt nichts, hier muss ich runter, wenn ich eine Chance haben will, wieder auf den ursprünglich gedachten Weg zu stoßen. Am Fuß des Hanges angelangt bin ich froh, dass ich wie immer hohe Wanderschuhe angezogen habe, denn sonst wäre der Abstieg vielleicht nicht so gut verlaufen.

Das wichtigste aber ist, dass ich auf einen Weg stoße, der mich wieder in die richtige Richtung führt, sprich ich stehe schnell der Schüssel des Radioteleskops Effelsberg gegenüber und bin beeindruckt. Aus dieser Perspektive habe ich es noch nie betrachtet. Wie ein großes Ohr in den Himmel steht es da! Ich folge nun dem erreichten Weg und umrunde so das weltgrößte, freibewegliche Radioteleskop, als plötzlich ein Brummen zu vernehmen ist. Tatsächlich bewegt sich die riesige Schüssel, schwenkt von der aufrechten Stellung in die horizontale. Während ich dies beobachte denke ich, dass das eigentlich sehr ruhig vonstatten geht und vor allen Dingen recht schnell, denn es braucht nur etwa 5 Minuten, bis der Vorgang abgeschlossen ist. Als ich weiter gehe überlege ich mir, dass wenn die Schüssel bis vor wenigen Minuten nicht in der Senkrechten gestanden hätte, hätte ich das Radioteleskop oben aus dem Wald tretend nicht bemerkt und dann vielleicht auch gar nicht die Richtung erkannt, in die ich hätte gehen müssen. Das nennt man Glück, oder hatte ich einfach die richtige Antenne?

Bald komme ich an eine Wegekreuzung und es stellt sich wieder die Frage, wohin gehen: Weiter geradeaus den Berg hinauf, nach links oder doch nach rechts? Da ich schon ein Stück weit gestiegen bin und der Weg weiter in die Höhe der Weg zu sein scheint, der am wenigsten begangen wird, ich richtungstechnisch eher nach rechts müsste, entscheide ich mich auch für diese Richtung. Ein breiter Waldweg führt mich immer auf gleicher Ebene bleibend durch den Wald. Nach kurzer Zeit komme ich dann an eine erneute Wegkreuzung und diesmal ist hier ein Wegweiser zu finden. Der weist mich noch einmal den Berg hinauf, wenn ich zur Kapelle "Auf Seligen" will. Also folge ich ihm, trete oben angekommen wieder aus dem Wald und erreiche einen asphaltierten Weg. Leuchtend gelber Ginster begrüßt mich hier in einer langen Hecke, dazu blauer Himmel mit Schäfchenwolken - da drängt es sich nahezu auf, an der nahegelegenen Kapelle eine Rast einzulegen, um den Tag und die Landschaft zu genießen. Zumal auch die kleine Kapelle selbst schön unter einem Baum inmitten von Wissen und Weiden gelegen ist und dieser Standpunkt herrliche Blicke in die umliegende Landschaft, z. B. hinüber zum Dorf Effelsberg, zulässt.

Über den asphaltieren Weg geht es schnell ins Tal, hinab nach Kirchsahr. Dieser Ort ist nur eine Ansammlung weniger Häuser, die sich um die Kirche zusammen gefunden haben. Die Kirche soll einen sehenswerten Altar der Kölner Schule - was auch immer das ist - beheimaten. Leider ist die Tür verschlossen, und so kann ich mich nicht davon überzeugen, dass der Altar wirklich einen Besuch lohnt.

Im Tal an der Sahr angekommen folge ich dann dem recht neu angelegten (Frühjahr 2006) Sahrbachweg, zu dem ich mir überlege, ihn vielleicht auch einmal ganz zu laufen. Der in der Skizze als privates Heimat- & Landwirtschaftsmuseum Nolden vermerkte Punkt 5 ist nur nach Anmeldung geöffnet, also mache ich als Einzelperson erst gar keine Anstalten dort vorbeizuschauen.

Als ich die ersten Häuser von Binzenbach erreiche, verlasse ich den Sahrbachweg und folge der Straße. So komme ich auch nicht am letzten, in der Skizze verzeichneten Punkt 6 vorbei, dem Gretelstollen. Dafür kann ich die Gärten und Vorgärten an den Häusern betrachten, die alle sehr akkurat und gepflegt sind. Zum Teil gibt es in den Gärten auch noch einen Bereich mit Nutzgarten, der dann ebenfalls immer sehr ordentlich ausschaut. Eine ländliche Idylle, wie vor rund 50 Jahren.



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