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Von Fratzen, Teufeln und tapferen Rittern
--> Wanderung bei Altenahr


  • Weg: Von der Ausfahrt des Parkplatzes in Ort Altenahr hinauf zum Teufelsloch auf dem Wanderweg 7. Von dort mit der 7 und später mit der Nummer 8 bzw. 6 hoch über der Ahr dem Verlauf des Flusses folgen. Mit dem Wanderweg 6 zur Teufelsley, über die Hochebene Krähhardt und anschließend hinunter ins Ahrtal. Dann mit dem A für den Ahrtalwanderweg durch das Langfigtal zurück nach Altenahr --> Streckenkarte
  • Weglänge: ca. 9 km
  • Dauer: 3,25 h
  • Schwierigkeit: Zum und vom Teufelsloch ist es steil, felsig und anstrengend. Hohe Wanderschuhe sind zu empfehlen, da hier Trittsicherheit nötig ist. Später wird der Weg einfacher und im Tal ist er dann befestigt - also insgesamt mittelschwer.
  • Bewertung: Sehr schöne und abwechslungsreiche Wanderung mit vielen Ausblicken und häufig auf schmalen Wegen. Leider ist auch das Ahrtal hier schmal und eng, deshalb ist in einigen Abschnitten die vielbefahrene Straße gut zu hören.
  • Informationen und Karten: Im Prinzip ist die Strecke mit den verschiedenen Markierungen und Wegweisern gut zu finden. Einen Blick auf die Wanderkarte 1 : 25 000 Das Ahrtal, die Wanderkarte Nr. 9 des Eifelvereins, ist aber zu empfehlen.
    Geschichte und Sagen rund um den Ort, die Burg Are, das Teufelsloch u.a. findet man auf den Seiten des Weinortes Altenahr.

Der Ort Altenahr ist nicht sehr groß, aber komplett auf Tourismus eingestellt: Hotels, Pensionen, Restaurants und Souvenirläden reihen sich an den beiden Hauptstraßen aneinander wie die berühmten Perlen an der Kette. Im Herbst sind es Massen, die sich durch den Weinort und die umliegenden Weinberge schieben, jetzt, an einem schönen Tag im Frühsommer, ist es noch zu ertragen. Aber zum Verweilen im Ort bin ich auch gar nicht hergekommen.

Direkt hinter dem Tunnel am Ortsausgang parke ich auf einem kleinen und wilden, dafür aber kostenlosen Parkplatz an der Feuerwache - auf dem großen Platz im Ort werden in der Saison Gebühren erhoben. Zurück durch den Tunnel biege ich sofort dahinter links ab auf die gesperrte, schmale Straße, die zur Jugendherberge führt. Bereits hundert Meter später überquere ich eine Brücke, die mich auf die andere Uferseite der Ahr bringt und habe schon jetzt einen Eindruck, warum das Ahrtal hier ein beliebtes Ausflugsziel ist: Steile, dicht bewaldete Berge erheben sich rechts und links des Flusses, der sich hier in einer großen Schleife durch das Gestein gegraben hat.

Zwischen Spiel- und Tennisplatz zeigt die Markierung 7 den Weg zum Teufelsloch an. Nun steht ein steiler und relativ langer Anstieg bevor, an dem Untrainierte und Raucher ihre Freude haben werden (Das kann ich sagen, denn ich zähle am Tag des Aufstieges zu beiden Gruppen). Zwar sind Treppenabsätze in den schmalen Weg eingelassen, da die Abstände und Höhen der Absätze aber variieren, bleibt es trotzdem ein sehr mühsames Unterfangen, den Berg zu ersteigen. Belohnt wird man zwischendurch aber immer wieder mit tollen Blicken auf das Ahrtal.

Und dann sind da auch noch diese anderen Blicke. Aus Baumlöchern schauen plötzlich bunte Fratzen auf den Wanderer, scheinen ihm manchmal den Weg zu weisen, ihn manchmal aber auch zu verhöhnen. Tatsächlich lenkt die Suche nach dem nächsten Gesicht von der Anstrengung ab, die der Aufstieg mit sich bringt, denn hat man die letzte Fratze hinter sich gelassen, sucht man schon nach der nächsten, und das bringt richtig Spaß! Ein gutes halbes Dutzend Gesichter habe ich gefunden, ob dies aber alle Baumfratzen gewesen sind, wage ich zu bezweifeln. Denn mittlerweile habe ich Foto von Fratzen gesehen, die ich nicht zu Gesicht bekommen habe. Interessant und witzig sind die bearbeiteten und bemalten Baumlöcher aber allemal.

Nach etwa einem guten Drittel des Weges zum Teufelsloch kann man vom Schwarzen Kreuz auf Altenahr hinunterblicken. Auf dem gegenüber liegenden Berg wacht die Burg Are über den Ort, um die sich einige Sagen und Geschichten ranken. Ein Ausblick von hier ist in Ordnung, aber die Strecke hat ja gerade erst begonnen und bis zum ersten Ziel ist es noch ein Stück zu klettern. Also lieber weiter Fratzen suchen!

Den anstrengenden Aufstieg zum Teufelsloch scheinen die meisten Menschen zu meiden und so kommt mir auf dem Weg dorthin - aber auch später auf der anderen Seite - nur ein Paar entgegen, das bereits durch das Felsloch geschaut hat. Leider schallt aber der Straßenlärm, je nachdem, auf welcher Seite des Grades man gerade klettert, laut und deutlich von Altenahr und der sich im Tal befindlichen Straße herauf und es wird dadurch immer wieder deutlich, das man eben nicht allein inmitten der Natur ist, sondern ganz nah an einem beliebten Tourismuszentrum. Auf der Altenahr abgewandten Seite allerdings ist nur das Rauchen des Flusses im Tal und das Zwitschern der Vögel zu hören - schön!

Das Teufelsloch ist ein Loch im Felsen an der Spitze eines Berges. Dort kann man hindurchsteigen und von der dahinterliegenden Aussichtplattform in das Langfigtal mit der Ahrschleife hinabschauen. Eine Legende besagt, dass der Teufel seiner Mutter vor Wut eine Axt hinterher geworfen hat und die Axt dabei den Berg durchschlagen haben soll. In einer anderen Quelle ist es die Mutter selbst, die der Teufel nahm und warf. Auch habe ich gelesen, dass das ursprüngliche, natürliche Loch im 19. Jahrhundert eingestürzt ist und die Bewohner Altenahrs das heutige Loch in einen der nächsten Gipfel sprengten, weil in den damaligen Reiseführern das Teufelsloch als Attraktion angepriesen wurde und man sich nicht vorstellen konnte, dass Altenahr ohne war.

Vom Teufelsloch geht es noch ein Stück weit auf dem Grad, der von zwergwüchsigen Eichen gesäumt wird, auf und ab. Manchmal muss man hier aufpassen, denn der schmale Weg führt dann ungesichert direkt an einem steil abfallenden Abgrund entlang. Der Abstieg erfolgt dann in Serpentinen, bis der Weg Nummer 7 sich mit der Nummer 6 vereinigt. Kurze Zeit später betritt man einen breiten Fuhrweg und folgt einem Wegweiser, der auf einen Stein gemalt ist, Richtung Schröck/Steinerberg auf der neu hinzugekommenen Wegnummer 8. Auch auf dem nächsten Stück kommen Steigungen, die aber nicht ganz so steil sind und auf Grund des breiten, gut ausgebauten Weges einfacher genommen werden können, als die rund um das Teufelsloch.

War der Weg bisher spektakulär, so ist er auf dem nächsten Abschnitt schön und wild-romantisch. Durch die Wälder hoch über der Ahr läuft man jetzt im Sommer meist im Schatten der Bäume, in den Ohren das Rauschen der Ahr tief im Talgrund und das Zwittern der Vögel auf den Bäumen. Trotzdem gibt es immer wieder Blicke in die Umgebung und das dicht bewaldete und tief eingeschnitten Tal. Das mag auch wunderbar im Herbst aussehen, wenn sich das Laub verfärbt.

An einer Bank in einer Kurve kurz vor dem Schröck zweigt die Nummer 6 nach links ab und der Weg wird wieder zu einem schmalen Pfad - ein Weg, wie ich ihn gerne habe. Nach etwa 10 Minuten treffe ich auf eine Wegekreuzung. Links geht die 6 den Berg hinunter, von gerade aus kommen mehrere Stimmen. Dort muss sich die Teufelsley befinden. Zunächst biege ich auf meinem Weg den Berg hinunter ab, dann bleibe ich doch stehen und überlege. Soll ich, nur weil dort Mitglieder einer Wandergruppe laut ihren Spaß haben und mich damit stören, mir mit der Teufelsley ein eventuelles Highlight entgehen lassen? Also kehre ich um und nehme doch den Weg zum Felsen.

Die drei Frauen, die unterhalb des Felsens warten, ermuntern mich, bis oben zu klettern, wo ihre Männer laut zu vernehmen sind. Also schlängele ich mich auf dem schmalen Weg an ihnen vorbei und stehe schnell am Fuße der Teufelsley, wo mir die Gipfelstürmer entgegen kommen. Auf meine Frage, ob es sich lohnt, dort hinauf zu klettern, gibt mir einer der drei die Auskunft, dass oben auf dem kleinen Plateau nur sehr wenig Platz ist und man schwindelfrei sein müsse. Da ich das nicht bin mache ich wieder kehrt.

Es folgt nach kurzer Zeit eine Hochebene, die zu überqueren ist. Auch dies ist schön, da sie dem Weg eine andere, neue Fassette hinzufügt. Vom Rand der Ebene kann man die Burg Are sehen und erkennt, dass man nun sogar höher steht als die Burg. Irgendwo dazwischen, tief im Tal, muss die Ahr fließen. Ein idealer Platz, um eine Rast einzulegen - wenn nur die Sonne nicht so heiß wäre! Am Ende der Hochebene gibt es aber einen Tisch mit zwei Bänken, die unter Bäumen im Schatten liegen. Diesen Platz wähle ich.

Von diesem Rastplatz aus gibt es zwei Möglichkeiten hinunter ins Tal zu gelangen: Entweder dem Wegweiser nach Laach folgen oder der Nummer 6 nach Reimerzhoven. Ich entscheide mich, weiter den schmalen Pfad mit der 6 zu gehen. Steil geht es damit bald hinunter ins Tal und die ersten Weinberge erscheinen auf dem gegenüberliegenden Hang. Leider ist hier auch wieder deutlich die im Tal verlaufende Straße zu hören. Das bleibt auch unten angekommen so, denn auf dem Höhenniveau der Ahr geht es weiter auf dem mit A gekennzeichneten Ahrtalwanderweg, der durch das gesamte Tal der Ahr verläuft. Erst als dieser mit dem Fluss in das Langfigtal abbiegt wird es wieder stiller.

Auf das Langfigtal bin ich durch einen Fernsehbericht über das Ahrtal aufmerksam geworden. Dieses Tal ist durch die Ahr entstanden, die sich hier in einer Schleife durch das Gebirge gegraben hat. Für die Menschen war dieser Umweg nicht interessant und so ist das Tal weitgehend unberührt von Wein-, Straßen- und Städtebau geblieben und zum Naturschutzgebiet erklärt worden. Allerdings ist es durch den gut ausgebauten Weg ohne Steigungen und der nahen Lage zu Altenahr auch ein beliebtes Gebiet für Spaziergänger. Schön ist es aber trotzdem hier entlang zu laufen, auch und vor allen Dingen dann, wenn die vorherige Wanderung anstrengend gewesen ist. Denn immer wieder verläuft der Weg dicht am Ufer der Ahr, die in diesem Bereich träge vor sich hin fließt. Bäume überwuchern die Ufer und eingefasst ist das Tal von den steilen, bewaldeten Bergen.

Kurz vor Altenahr gelange ich wieder an die Brücke, die ich vor drei Stunden überquert habe, um zum Teufelsloch hinauf zu steigen. Doch diesmal bleibe ich auf der Uferseite und kehre ein paar Schritte weiter am Ortsrand in ein Lokal mit Biergarten ein, von dem ich noch einmal einen Blick ins Tal und hinauf zum Teufelsloch habe.




























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