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Die Ahekapelle und Spuren der Römer
--> Runde bei Nettersheim


  • Weg: Vom Parkplatz am Nettersheimer Bahnhof durch das Genfbachtal zur Ahekapelle. Dort auf die andere Seite des Baches wechseln und die Anhöhe hinauf bis der "Erlebnispfad" erreicht ist. Auf dem "Erlebnispfad" geradeaus hinunter ins Tal und auf den Spuren der Römer zurück nach Nettersheim --> Streckenkarte
  • Weglänge: ca. 10 km
  • Dauer: 3 - 4 h wegen der vielen Dinge, die es anzuschauen gibt.
  • Schwierigkeit: Leicht.
  • Bewertung: Nicht spektakulär, aber zunächst mit viel Landschaft und dann, in der zweiten Hälfte, auch noch viel "Erlebnis".
  • Informationen und Karten: Geeignet ist die Wanderkarte des Eifelvereins 1 : 25 000 Nettersheim/Kall. Die Wegnummern und -markierungen aus dieser Karte werden aber offenbar auf der Strecke bis zum "Erlebnispfad" nicht mehr gepflegt, denn in die Karte eingezeichnet sind die Nummern 3 und 4, die ich aber am Weg nicht finden konnte. Die Anlaufpunkte des "Erlebnispfades" sind dagegen gut beschildert. Einen Flyer für den Pfad zum Herunterladen gibt es auf den Seiten der Gemeinde Nettersheim.

Was kann man im September machen, wenn die Sonne scheint und dies das Jahr über noch nicht so häufig der Fall gewesen ist? Klar, die Wanderschuhe schnüren und loswandern. Aber was ist, wenn die rechte Idee oder eine passende Tour fehlt, einer der Grundgedanken für diese Seiten also? Entweder eine der hier aufgeführten Strecken wandern oder eine neue Tour finden, immerhin gibt es noch viele weiße Flecken auf meiner Karte!

Nach diesen Überlegungen drängt sich der Ort Nettersheim nahezu auf, denn dort ist einer dieser weißen Flecken und darüber hinaus ist Nettersheim auch über die Eifel hinaus bekannt und ich bin noch nie explizit dort gewesen.

In Nettersheim parke ich das Auto am Bahnhof. Von dort geht es hinauf zur Kirche, die auf einer kleinen Anhöhe steht, von der der Blick über die Ortschaft recht nett ist. Weiter folge ich den Wegweisern Richtung Schützenhalle und Angelweiher, schließlich möchte ich ins Genfbachtal und was liegt da näher, als nach einem Angelweiher Ausschau zu halten. Tatsächlich gelange ich auch zu einem Bach und folge seinem Verlauf entgegengesetzt seiner Fließrichtung.

Auf dem asphaltierten Weg aus dem Ort hinaus halte ich mich immer auf der linken Seite des Baches und gelange so in eine hügelige Wiesenlandschaft. In der Mitte des Tales fließt immer noch der Bach und jetzt nenne ich ihn mit Namen, denn das muss der Genfbach sein. Von links kommt bald ein anderer Bach den Abhang hinunter und vereint fließen die beiden Bäche in Richtung Nettersheim der Urft entgegen.

Blauer Himmel mit nur wenigen Wattewolken, Bäume, die hier und da schon langsam an den Spitzen durch den Herbst zu entflammen beginnen, Büsche, die üppig mit Beeren behangen sind, so stellt sich die Natur an diesem Tag dar. Und dann schaue ich um die Ecke am Ende einer Hecke und sehe auf einer Anhöhe eine kleine Kapelle liegen, die ausschaut, als sein sie ein abgebrochenes Stück von einer größeren Kirche. Daneben ein Tisch mit Bänken und somit ein idealer Platz, um den warmen Nachmittag in der Sonne zu genießen.

Die Ahekapelle im Rücken, geht es zurück zu den Wiesen im Tal, jetzt auch über den Genfbach hinüber und an der anderen Seite ein Stück weit zurück in Richtung Nettersheim talabwärts. An einer Weggabelung biege ich links auf einen Fahrweg ab, der am Rande des Waldes bergauf verläuft. Rechts liegt nun bald eine Wiese oder Weide auf einem Hang, der den Blick ins Tal verwehrt. Ein alter Eichenbaum mit einem Hochstand stehen allein auf der Hügelkuppe und es lohnt sich, hier vom Weg abzugehen und zu diesem Baum hinaufzusteigen, denn von dort hat man einen sehr schönen Panoramablick über das Tal bis hin nach Nettersheim und weit darüber hinaus.


Rundblick bei Nettersheim

An einer Wegkreuzung oben aus der Höhe trifft der Weg sich dann mit dem "Erlebnispfad", einem Rundweg zum Mitmachen rund um Natur und Geschichte. Hier am Punkt 14 steht eine Schutzhütte mit einem Baumxylophon. Leider haben die Hölzer auch schon bessere Tage erlebt und das Klangbild ist nicht mehr so toll. Der Holzhammer zum Anschlagen ist an einer Schnur angebunden, sodass sich die übrigen Experimente erst gar nicht bedienen lassen - schade.

Auf dem Erlebnispfad geht es nun geradeaus weiter und wieder ins Tal, diesmal aber hinab zur Urft. Unterwegs sind nun Lauschlandschaft und Barfußpfad zu entdecken. Im Tal ist dann auf einer Wiese ein rekonstruierter, römischer Meilenstein zu besichtigen. Auf der anderen Seite der Urft geht es hinauf zur Görresburg, einer gallo-römischen Tempelanlage, in der drei Weihesteine für Aufanischen Matronen aufgestellt sind. Von ihrem erhöhten Stand blicken die drei weit in die Landschaft hinein.

Von der Görresburg führt der Weg im Rundweg wieder an die Urft und man schlägt nun die Richtung Ausgangspunkt Nettersheim ein. Vorbei an einem Weiher, dem Römerweiher, der allerdings mit Algen zugewachsen ist und in dem kein Leben mehr vorkommen dürfte, sind die ersten Häuser des Ortes schnell erreicht. Dazu gehören auch die Werkhäuser, die u. a. eine historische, funktionstüchtige Getreidemühle beherbergen, in der eine geologische Ausstellung mit Mineraliensammlung untergebracht ist. Nur wenige Schritte weiter sind die Kalkbrennöfen aus dem 19. Jahrhundert und ein versteinertes Korallenriff aus dem Devon zu sehen.

Dann kommt eine schmale Straße und eine Bahnschranke in Sicht und der Bahnhof ist nicht mehr weit. An den Schienen auf dem Bahnsteig entlang gelangt man schnell zum Parkplatz.

Im November 2003 bin ich schon einmal an der Urft entlang und durch Nettersheim hindurch gewandert, damals auf dem Urfttalweg. Gefallen hatte mir die Tour damals ganz und gar nicht, ich erinnere mich noch gut daran. Nach dieser kleinen Rundtour um Nettersheim frage ich mich allerdings, ob daran nicht auch das Wetter bzw. die Jahreszeit - Mitte November - Schuld gewesen ist.



















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