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Meiler, Meiler, Meiler...
--> Auf historischen Spuren rund um Simonskall


  • Weg: Die nachfolgende Wegbeschreibung folgt dem Historischen Wanderweg des Eifelvereins Vossenack. Dieser führt von Simonskall an der Kall entlang flussabwärts bis zur Mestrenger Mühle. Von dort auf der anderen Uferseite, mit einem Abstecher durch das Huschelbachtal, zurück in Richtung Simonskall, das jedoch oberhalb auf dem Hang passiert wird. Weiter kallaufwärts geht es bis zu einem Bergwerksstollen, der den südlichen Wendepunkt darstellt, und von dort zurück nach Simonskall --> Streckenkarte
  • Weglänge: ca. 12,5 km
  • Dauer: ca. 3,5 h
  • Schwierigkeit: Leicht, lediglich auf dem Rückweg ist eine sehr steile Steigung zu überwinden. Die gleichen Höhenmeter müssen dann später nach Simonskall auch wieder hinab gestiegen werden.
  • Bewertung: Nette Tour, die sich besonders im Herbst wegen der bunten Mischwälder lohnt.
  • Informationen und Karten: Der Weg ist ab dem Parkplatz in Simonskall gut mit H markiert und ohne Probleme und Karte stets sehr gut zu finden. An historisch interessanten Stellen gibt es Tafeln mit Erläuterungen zu dem, was man gerade sieht. Die Mestrenger Mühle ist der erste Anlaufpunkt des Weges und ein schön gelegenes Ausflugslokal. Das Faltblatt zum Weg habe ich leider nirgendwo bekommen können.

    Seit 2012 ist der Rundwanderweg ein wenig modifiziert worden - er startet jetzt in Vossenack und hat die Nummer 36 als Markierung bekommen.

Schon die Straße nach Simonskall ist ein Abenteuer. Kommt man aus Richtung Hürtgenwald-Vossenack schlängelt sie sich ohne Mittelstreifen ins Tal, so schmal, dass gerade mal zwei Autos aneinander vorbei kommen - wenn sie langsam fahren. Im Tal liegt der kleine Ort, der im ersten Augenblick vergessen worden und von der Zeit verschont geblieben zu sein scheint, an einem kleinen Flüsschen, der Kall. Weit abgeschieden liegt das gute Dutzend Häuser im tiefen Taleinschnitt und wenn die Reklameschilder abgebaut würden, so könnte hier ohne weiteres ein Film gedreht werden, der vor zwei-, dreihundert Jahren spielt. So aber besteht der kleine Ort hauptsächlich aus Hotels, Restaurants und Cafés und ist relativ gut besucht.

Auf dem Parklatz im Ort findet man eine Tafel mit einer Übersicht über den Historischen Wanderweg und ein erstes, großes Schild, das die Richtung weist. 3 km sind es von dort bis zur Mestrenger Mühle, die 1663 erbaut und erst als Oel-, dann als Kornmühle genutzt wurde. Heute ist dort ein Café und Restaurant zu finden, das sehr schön gelegen und gestaltet ist. Der Weg führt dort einmal im Bogen über den Hof, rund um den Mühlenteich, und dann wieder über den Damm, über den man auch schon gekommen ist, wieder zurück, um dann in das Huschelbachtal abzubiegen. Bis hier her verläuft der Weg parallel der Kall und ist über weite Strecken asphaltiert. Trotz des Ruhetages des Cafés ist er recht belebt.

Nach dem Abzweig ins Huschelbachtal wird es jedoch ruhiger und es begegnen mir auf der gesamten restlichen Wegstrecke nur noch zwei Rentner und später eine Mutter mit Kindern, die mit dem Hund unterwegs sind. Dazu ist der Wald im herbstlichen Kleid wunderschön, rascheln die bunten Blätter oft um die Schuhe herum und im Gegensatz zu meiner ersten Hürtgenwald-Wanderung ist der Weg stets sehr leicht zu finden. So kann ich mich dann zwischendurch auch immer wieder meiner Kamera und dem Fotografieren des leuchtenden Waldes widmen.

Im Huschelbachtal findet man an seinem oberen Ende einen kleinen Weiher - wohl zur Fischzucht - und gelangt dann an die zweite Station des Historischen Wanderweges, einem nachgebauten Holzkohlemeiler. Auf einer Tafel wird erklärt, dass die Menschen damals die auf diese Weise gewonnene Holzkohle zur Verhüttung von Eisenerz benötigten und welche enormen Mengen Holz für die Herstellung nötig waren. Die Verhüttung fand zum Teil in Simonskall statt, eine ehemalige Erzgrube befindet sich ebenfalls noch auf der Strecke. Nebenbei sein aber gesagt, dass neben der Mestrenger Mühle der nachgebaute Schaumeiler von den historischen Sehenswürdigkeiten auf dem Weg die am interessantesten anzuschauenden sind, der Rest - meist alte, ehemalige Meilerstandorte, die im Wald verstreut liegen - können getrost auch einfach ignoriert werden.

Bald nach dem Schaumeiler stoße ich wieder auf das Kalltal und biege links, immer noch auf der anderen Seite des Flüsschens, als zuvor auf dem Hinweg zur Mühle, in Richtung Simonskall ab. Der Weg steigt ein wenig an und oberhalb des Ortes, der durch den dichten Wald kaum auszumachen ist, geht es an Simonskall vorbei weiter in südlicher Richtung.

Am anderen Ende des Tals ist der Eingang eines ehemaligen Erzbergwerkstollen zu bewundern, er stellt den südlichen Wendepunkt der Tour dar. Zu sehen ist eigentlich zur ein Loch im Berg, dessen Eingang mit Gitterstäben zubetoniert ist. Nach einer Brücke über die Kall geht es ein paar Schritte an der Straße entlang. Es folgt ein sehr steiler Aufstieg den Berg hinauf, bevor der Weg in der Höhe zurück Richtung Simonskall führt. Karrenspuren als Vertiefungen im Felsen sollen oberhalb des Ortes zu sehen sein. Nach dem entsprechenden Abstieg ist Simonskall wieder erreicht.



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