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Das Rurgebiet der Eifel
--> Erkensruhr, Rurhöhen und das Püngelbachtal


  • Weg: Von Erkensruhr über die Straßen und Wege der Siedlung an der Talseite hinauf in den Wald. Weiter auf den Höhen mit Blick auf Einruhr und den Obersee, Dedenborn und das Tal der Rur bis zum "Krözje". Von dort hinauf zum Forsthaus Dedenborn, daran vorbei und nach 300 m wieder auf schmalem Pfad in den Wald, bis man auf einen breiten Waldweg stößt und diesem nach rechts folgt, bis der Püngelbach zu hören ist. Mit dem Bachverlauf geht es ins Tal bis Hirschrott und von dort zurück nach Erkensruhr --> Streckenkarte
  • Weglänge: ca. 13 km
  • Dauer: 3 h
  • Schwierigkeit: Leicht
  • Bewertung: Unschwere Tour mit schönen Aussichten auf den Obersee und das Rurtal, dann netter Waldspaziergang und zum Schluß noch das dunkle Tal des Püngelbaches - was will man mehr?!
  • Informationen und Karten: Den Ort Erkensruhr zu finden ist vielleicht nicht ganz einfach, auch im Internet gibt es nicht viel dazu. Wer die hier beschriebene oder eine ähnliche Tour machen möchte, sollte sich die Wanderkarte 1 : 25 000 Monschauer Land/Rurseengebiet zulegen und einstecken.

Einruhr, Erkensruhr, Rur, Rursee...

Als Jugendlicher wollte ich mal zusammen mit einem Schulfreund den Ruhrhöhenweg - von der Quelle bei Winterberg bis zumindest unserem Heimatstädtchen am östlichen Rand des Ruhrgebiets - laufen. Aber schon am zweiten Tag haben wir damals aufgeben, denn durch den Regen waren wir von Beginn an so durchgeweicht worden, dass unsere Sachen vor Nässe trieften und die Schuhe quietschten.

Noch nicht ganz so lange ist es her, dass ich zum ersten Mal die Häuseransammlung Erkensruhr im versteckten Tal des gleichnamigen Flüsschens entdeckt habe. Damals wurde dort ein Haus für sehr wenig Geld zu mieten angeboten, dass ich es mir zumindest einmal ansehen wollte. Das Haus hatte ich damals zwar nicht gefunden, dafür aber dieses einsame Tal, das es mir auf Anhieb angetan hat. Leider war ich seit dem nie wieder dort, obwohl ich es mir immer wieder vorgenommen hatte.

All dies fiel mir wieder ein, als ich diese Tour in einem geliehenen Wanderführer entdeckte und für einen der nächsten Wandertage vormerkte. Bis es dann aber endlich so weit war, war dann wieder ein halbes Jahr und der Winter durch das Land gegangen.

Erkensruhr ist so klein, dass dort keine Straßennamen nötig sind: Die Straßen, bzw. Häuser heißen dort einfach Erkensruhr 232, Erkensruhr 148... Ob dort in diesen Häusern aber überall dauerhaft Menschen wohnen, wenn sie nicht eine Pension betreiben oder dort ihren Altersruhesitz gefunden haben, möchte ich bezweifeln. Sicherlich kommen am Wochenende der ein oder andere Einwohner hinzu, ist das Wellness-Hotel im Sommer besser besucht, das Hotel-Restaurant in der Ortsmitte im Gegensatz zu meinem Besuch Anfang Mai geöffnet, aber so richtig bevölkert ist es bestimmt nie in dem Tal. Und dieser Ort ist also nun der Startpunkt für diese kleine Rundtour.

Auf dem Parkplatz des Wellness-Hotels, auf dem sich nur wenige Autos verlieren, stelle ich mich einfach mit dazu, ohne jemandem den Platz wegzunehmen. Der Himmel ist mit dicken Quellwolken versehen, die manchmal dafür sorgen, dass die Sonne verdeckt wird und Schatten auf die Erde geworfen werden. Dennoch ein idealer Tag, um einmal wieder die Schuhe zu schnüren, nicht zu warm und nicht zu kalt.

Durch die kleinen Straßen, an denen die Häuser verstreut liegen, mache ich mich dann auf, ersteige ein paar Höhenmeter und gelange so in den Wald. Leise vor sich hin modernde Reste eines Trimm-dich-Pfades entdecke ich dann plötzlich am Wegesrand - wohl Reliquien der Bewegung zu Beginn der 70iger Jahre, jedenfalls sonderbar anzuschauen im Zeitalter von chromglänzenden Maschinen mit Gewichten in Fitnessstudios, wo es viel Geld kostet, damit der Schweiß fließen darf.

Ohne es zu merken bin ich immer weiter bergan gestiegen, habe die alten, verrottenden Geräte an einer Kreuzung hinter mir gelassen und bin einige Schritte weiter gegangen, als sich die Bäume zu lichten beginnen und so mehr und mehr den Blick auf eine Ansammlung von Häusern, eingeschlossen von einem See, freigeben. Im Tal liegt Einruhr am unteren Ende des Obersees.

Nachdem ich die Aussicht genossen und mit einem Foto gewürdigt habe, geht es jetzt auf den Höhen des Rurtales in Richtung Westen bis zum "Krüzje" weiter. Bis dahin wird man begleitet von der Sicht in das Tal, in dessen Sohle sich die Rur zum Stausee schlängelt. Der Fluss ist zwar meistens nur zu erahnen, dennoch ist die Sicht ins Tal immer wieder schön. Das wissen offensichtlich auch die beiden Wandergruppen, die mir auf diesem Teilstück entgegen kommen und das ältere Ehepaar, das auf einer Bank die Aussicht bewundert - doch diese Menschen werden die einzigen bleiben, die mir auf dem gesamten heutigen Weg begegnen. Auch das macht die Strecke so besonders angenehm und so ist jetzt schon klar, dass eine der nächsten Touren mich wieder entlang der Rur führen wird.

Kurze Zeit nachdem ich wieder durch Wald gelaufen bin und die Aussicht vorüber ist, kommt es dann, das "Krüzje". Von hier geht es auf Waldwirtschaftswegen wieder ein Stück bergauf bis zum Dedenborner Forsthaus, wo es dann über eine schmale und offensichtlich so gut wie gar nicht befahrene Straße geht. Auch hier gibt eine Schneise noch einmal den Blick ins Tal frei, bevor ich nach links auf einem schmalen Pfad in den Wald einbiege. Nach einigen Metern stoße ich schließlich wieder auf einen breiten Waldweg, dem ich nach rechts folge. Da es nun keine Steigung mehr gibt und der Weg eben bleibt, komme ich gut voran, erfreue mich am frischen Grün der Buchen und bleibe dann plötzlich stehen, als ich ein Klopfen höre: Da macht sich gerade ein Specht ans Werk.

Wieder komme ich auf eine schmale asphaltierte Straße, die wohl nur noch als Radweg benutzt wird. Mit ihr gehe ich den Serpentinen folgend ins Tal und komme so zum Püngelbach, der unter dem dichten Dach des Waldes munter sprudelnd der Erkensruhr entgegen fließt. Bevor sich kurz vor Hirschrott - etwas zwei Dutzend Häuser dies- und jenseits der Flusses - das Tal wieder öffnet, ist noch eine Brücke zu überqueren. Mit ihr befindet man sich auf dem "Eifelsteig", einer auf vier Tage ausgelegten Rundtour durch die Eifel. Wenn die gesamte Streckenführung des Weges so schön gewählt ist, denke ich, dann muss dies auch eine durchaus lohnenswerte Tour sein.

An den Häusern von Hirschrott vorbei geht es auf der Straße zurück nach Erkensruhr. Mindestens drei von den Häusern, an denen ich vorbeikomme, sind zu verkaufen - kein Wunder, denn wer hier her zieht, der muss viel Zeit haben und nicht mehr jeden Tag zur Arbeit fahren müssen.



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