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Von Blankenheim-Wald über Nettersheim nach Kall
--> Urfttalwanderweg


  • Weg: Vom Bahnhof Blankenheim-Wald über Nettersheim und Urft nach Kall. Mit der in der Woche stündlich verkehrenden Bahn zurück nach Blankenheim-Wald --> Streckenkarte
  • Weglänge: ca. 18 km
  • Dauer: 3:45 h bei sehr schnellem Schritt.
  • Schwierigkeit: Leicht.
  • Bewertung: Nicht zu empfehlen.
  • Informationen und Karten: Den Urfttal-Wanderweg habe ich als Regionalen Wanderweg auf einer Karte gefunden, markiert mit einem U. Allerdings ist dieser Weg, obwohl noch auf vielen Karten und Wandertafeln verzeichnet, offenbar in Vergessenheit geraten, denn seine Markierung ist nur noch selten zu finden. Statt dessen folgt man heute der Beschilderung eines Radweges, bzw. ab Nettersheim dem Römerkanal-Wanderweg, was auch ohne Karte gut möglich ist.

Blankenheim-Wald klingt nach einem kleinen Ort, der romantisch versteckt umgeben von Bäumen liegt. Tatsächlich ist es nur eine Bahnhaltestelle, umgeben von Lagerhallen und ein paar Häusern, die offenbar zum Verfall frei gegeben worden sind. Geräusche von der nahen Bundesstraßen B258 und vor allen Dingen der vielbefahrenen B51 tun ein übriges, um das Ganze unschön wirken zu lassen.

Der Urfttalweg, den ich als Regionalen Wanderweg an diesem Tag bewandern wollte, scheint hier mit dem Verfall der Gebäude ringsherum ebenfalls in Vergessenheit geraten zu sein, zumindest ist zu Beginn kein U zu finden. Oder liegt es vielleicht daran, dass er dem recht neuen Tiergartentunnel-Wanderweg, der rund um Blankenheim verläuft, und einem Radweg Platz gemacht hat? Letzterer hat wohl zumindest dafür gesorgt, dass der Weg zu Beginn neu geschottert und planiert worden ist und somit recht wenig an einen schönen Wanderweg erinnert. Das ändert sich auch nur wenig nach 1,5 km, als der Tiergartentunnel-Wanderweg an einem Wegekreuz abzweigt. Eine Markierung für den Urfttalweg gibt es an dieser Kreuzung nicht, aber es bedarf nicht viel, um dem immer noch gut befahrbaren Weg, der parallel zur Bahnstrecke durch das Tal weiter geradeaus verläuft, als dem richtigen zu folgen.

Die Landschaft ist hier hügelig, wirkt karg, denn bewachsen ist sie hauptsächlich mit Wiesen, die in dieser Jahreszeit besonders traurig aussehen. Das Tal der Urft, die ich das erste Mal nach 2 km wirklich sehe, ist breit und es schlängelt sich nicht nur der kleine Fluss hindurch, sondern eben auch die schon erwähnte Bahnstrecke von Köln nach Trier. Das ist einerseits gut, denn mit ihr werde ich später wieder zum Auto zurückkehren können, schlecht aber wegen der Aussicht, auch wenn ein Zug nicht oft hier vorbeikommt.

Nach 4 km ist der Weg plötzlich komplett asphaltiert und spätestens jetzt ist mir klar, dass der Radweg heute Priorität hat. Aus Frust über all das denke ich sogar darüber nach, nicht bis Kall durchzulaufen, sondern möglichst bald aus- und in die Bahn einzusteigen, um wieder zurück zu fahren. Die nächste Möglichkeit dazu wäre Nettersheim, das ich schon bald erreiche. Auch dort steht eine Tafel, auf der die Wanderwege um den Ort eingezeichnet sind. Deutlich ist darauf auch das U für den Urfttalweg zu sehen, von Nettersheim auf der gleichen Route wie der dort beginnende Römerkanal-Wanderweg. Der ist gut ausgezeichnet, das weiß ich aus der Gegend, in der ich wohne, und so mache ich dann doch weiter. 1,5 km hinter Nettersheim wird der Weg auch schlechter, obwohl er immer noch Radweg ist. Mich freut das, denn hier beginnt der Weg richtig schön zu werden. Das erste Mal verläuft die Strecke stellenweise so dicht an der Urft entlang, dass man den Fluss nicht nur sehen, sondern auch hören kann. Kreuz und quer fließt er in dem mäandrierenden Bachsystem und endlich führt auch der Weg durch so etwas wie Wald, Laub und Tannennadeln rascheln, und geben den Füßen einen weichen Tritt: So macht das Wandern Spaß!

Leider ist die Freude im Dorf Urft, wenige Kilometer weiter, schon wieder vorbei. Denn von dort aus gesellt sich auch noch die Straße mit im Tal dazu, zu der man nie genügend Abstand hat, um sie nicht hören zu können. Außerdem bleibt der Weg von hier aus asphaltiert. 40 Minuten habe ich für die 5 km von Urft bis nach Kall, um den nächsten Zug für die Rückfahrt zu erwischen, und weil ich über den so unschönen Weg heute so enttäuscht bin, versuche ich im Eilschritt an mein Ziel zu gelangen. Als ich bei Sötenich wieder auf eine Straße stosse, finde ich dort auch eine der wenigen U-Markierungen. Allerdings führt die mich in die Irre, denn anstatt an der Straße entlang zu gehen, steige ich dem Zeichen folgend auf einem deutlich sichtbaren Pfad den Hang hinauf - und komme so, oben angekommen, an die Gärten auf der Rückseite von Häusern, aber nicht weiter. Der Pfad endet hier und ich muss mir den Weg bergab durch das Dickicht suchen. Wieder unten am Hang angekommen, schleiche ich, um nicht gesehen zu werden, durch einen Garten und dem dazugehörigen Haus vorbei auf die Straße. Statt in Kall bin ich erst in Sötenich und kann es vergessen, den Zug noch bekommen zu wollen.

Die letzten 2 km an der Straße entlang, wobei das interessanteste das Sägewerk, an dessen Gelände die Straße vorbeiführt, ist, erreiche ich den Bahnhof von Kall - 20 Minuten zu spät. Erst in 40 Minuten wird der nächste Zug fahren.



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