Drucken

Mühlen, Ritter und Burgen und ein wunderschönes Tal
--> Durch das Elzbachtal zur Burg Eltz und die Mosel


  • Weg: Von Roes auf der K26 ins Tal zur Brückenmühle. Von hier auf dem Jakobsweg, dem HWW 1 des Eifelvereins, Bonn - Moselkern, vorbei an der Burg Pyrmont zur Burg Eltz. Von der Burg Eltz ein Stück zurück des Weges und dem M für den Moselhöhenweg nach Treis-Karden folgen. Vom Bahnhof im Ort mit dem Bus zurück nach Roes --> Streckenkarte
  • Weglänge: ca. 20 km
  • Dauer: ca. 5,5 h + Besichtung Burg Eltz
  • Schwierigkeit: Schwer, festes Schuhwerk notwendig.
  • Bewertung: Wenn nicht die, dann aber zumindest einer der schönsten Wanderungen, die ich in den letzten Jahren unternommen habe!
  • Informationen und Karten: Einen Überblick über den Jakobsweg - HWW 1, gekennzeichnet mit > - gibt es auf den Seiten des Eifelvereins. Einen Überblick der Strecke gibt es unter elzbachtal.de. Hier wird das Tal noch ein Stück länger durchwandert und eine Übernachtung eingeplant.
    Die Gemeinde Roes bietet weiter keine interessanten Informationen zum Weg an.
    Die Burgen Pyrmont und Eltz haben jeweils ihren Internetauftritt.
    Für die Rückfahrt ist vrminfo.de die richtige Adresse, allerdings scheint es den direkten Bus nach Roes um kurz vor 18 Uhr leider nicht mehr zu geben.

Schon von vielen Seiten hatte ich gehört, dass es sich lohnen würde, der Burg Eltz einen Besuch abzustatten. Deshalb war es auch schon seit langer Zeit geplant, an die Mosel zu fahren und dies mit einer Besichtigung der Burg zu verbinden. Als ich dann bei der Suche im Netz auf den oben angegebenen Link "Das Elzbachtal" und somit auf den dort beschriebenen Wanderweg gestoßen bin, war klar, nun musste es passieren. Gern wäre ich in Monreal gestartet, um auch diesen Ort einmal kennenzulernen, doch dazu wäre eine Übernachtung nötig gewesen. Die hätte ich zwar auch gerne unternommen, doch eine einzige Übernachtung ist offenbar bei Pensionswirten nicht sehr beliebt und so wurden mir entweder überhöhte Preise genannt oder meine Anfrage erst gar nicht beantwortet. Auf Grund der hohen, zusätzlichen Kosten für Übernachtung, Abendessen und den deutlich höheren Rückfahrkosten von Moselkern nach Monreal entschied ich mich letztendlich dazu, nur eine Tagestour zu unternehmen.

Für eine Tagestour ist Roes der sinnvollste Ausgangsort. Dorthin gibt es zumindest in der Woche eine direkte Busverbindung von Treis-Karden, die letzte am Tag allerdings schon um 17:51 Uhr. Diese Fahrt hat dafür aber auch mit nur circa 30 Minuten die kürzeste Dauer. Leider gibt es diese Verbindung am Wochenende nicht, sodass die hier beschriebene Tour nur in der Woche oder mit der Rückfahrt in einem Taxi möglich ist. Zum Vergleich: Die Rückfahrt nach Monreal dauert um die 2 Stunden, da sie entweder über Cochem oder Koblenz führt.

Das Parken in Roes ist nicht so ganz einfach, weil die Straßen im Ortskern sehr eng sind. Beim ersten Mal habe ich mich deshalb dreisterweise direkt an der Bushaltestelle Roes Mitte auf den kleinen Platz gestellt. Direkt nebenan liegt übrigens die Gaststätte "Zum Dorfkrug", in der es auch Übernachtungs- möglichkeiten gibt. Auf meine Anfrage habe ich aber leider keine Antwort erhalten.

Von der Ortmitte geht es auf der K26 hinunter ins Tal des Elzbaches. Über diese Straße gelangt man zur Brückenmühle, einer Tagungsstätte. Hinter den Gebäuden der ehemaligen Mühle gibt es einen kleinen Wandererparkplatz, den man als die bessere Wahl zum oben genanten sehen muss. Hier gelangt man dann auf den mit > markierten Jakobsweg. Auf diesem geht es nun auf schmalem Pfad immer direkt am Elzbach entlang. Ist im Tal kein Platz für einen Weg, bedeutet dies, dass der Hang erst so weit bestiegen werden muss, bis auf der Höhe wieder genug Platz ist. Das Rauschen des Baches bleibt aber stets in den Ohren.

Wie schon gesagt, der Weg ist eigentlich meist ein schmaler Pfad und ein Nebeneinandergehen ist nur selten möglich. Auch gibt es eine Stelle, an der ein Stück des schmalen Weges den Hang hinabgerutscht ist. Den Hang an dieser Stelle weiter hinaufzuklettern ist ohne weiteres nicht möglich und an der anderen Seite geht es steil bergab zum Elzbach. Zum Glück ist an dieser Stelle ein Baum gefällt worden, an dessen Stumpf neue Triebe entsprossen sind, an denen man sich festhalten kann, während man am Abgrund entlang balanciert.

Durch das Festhalten an den Trieben des Laubbaumes fällt mir auf, dass ich schon lange nicht mehr durch solche ausgedehnten Eichenwälder wie hier gegangen bin. Überall liegen jetzt im Herbst die Früchte der Bäume auf dem Weg. Und dort, wo einmal keine Eichen zu finden sind, stehen dafür Buchen.

Dann, der Weg verlief eine Zeit lang schon direkt an der Elz im Tal entlang, eine Brücke über den Bach. Eine zweite Brücke folgt und der dichtgewachsene, dunkle Wald wird etwas lichter. An einer Wiese trifft der Pfad dann auf einen breiteren Fahrweg und Straßengeräusche sind zu hören. Die Straße muss überquert werden und mit einem asphaltierten Weg geht es nun bergan - ist das nun das Ende des schönen Weges?

Am Ende des Weges steht die Burg Pyrmont. Sehenswert die alten Mauern, aber eigentlich nicht das Ziel des heutigen Tages. Deshalb schaue ich auch nur kurz in den Burghof, schenke mir die Besichtigung des Turms, der sehr viele Treppenstufen zu haben scheint, und steige weiter den Berg hinauf in Richtung Parkplatz. Dort zeigt mein Wanderzeichen in ein Gebüsch hinein und ich folge ihm. Auf einer Felskante geht es nun in ein Seitental des Elzbachtales. Inzwischen ist auch etwas das Höhenniveau der Turmspitze der Burg Pyrmont erreicht, die jetzt, bei einem Blick zurück, über die Bäume hinwegschaut.

Am Ende des Tales führt wieder ein schmaler Pfad in das tief eingeschnittene Tal hinab. Ein Bach wird überschritten und es geht mit ihm wieder in Richtung Burg Pyrmont - diesmal aber eine Etage tiefer. Bald taucht die Burg auch zwischen den Bäumen auf und jetzt wird klar, welchen mächtigen und strategisch wichtigen Standpunkt sich die Freiherren damals gewählt haben, als sie den Platz für ihre Burg ausgesucht haben.

Nur ein paar Schritte weiter rauscht der Elzbach mit einem Wasserfall an der Pyrmonter Mühle, die unterhalb der Burg gelegen ist, in einen kleinen See. Das Tal des Elzbaches öffnet sich hier, wird breiter und sonnendurchfluteter, Wiesen und Weiden zeigen sich nun am Ufer. Aber schon wenn die nächste ehemaligen Mühle erreicht ist, heißt es wieder eine Brücke zu überschreiten und dahinter auf einen schmalen Pfad, der wieder direkt am Bach verläuft, zurückzukehren.

Wenn der Weg erneut an einen Wiesenrand gelangt ist die L110 in der Nähe. Einige Schritte müssen jetzt am Rand der Straße entlang gewandert werden. Das ist nicht weiter beschwerlich oder gar gefährlich, denn der Pfad ist durch die Leitplanke von der Straße getrennt und die Straße ist so gut wie gar nicht befahren. Nachdem eine Brücke überquert ist, gibt es eine Bank. Dafür fehlt plötzlich das Wanderzeichen, das bisher immer gut zu finden war. An dieser Stelle führt der Weg hinunter zum Elzbach, unter der Straßenbrücke hindurch und auf dem asphaltierten Fahrweg in Richtung Sauersmühle. Kurz vor der Sauersmühle ist die Wegmarkierung dann wieder da und zeigt über eine kleine Brücke. Wieder wird nun, am anderen Ufer angekommen, ein schöner, schmaler Fußweg beschritten.

An einer Wiese trifft der Jakobsweg dann auf den Moselhöhenweg. Beide Zeichen weisen mit einem zusätzlichen Schild den Weg in Richtung der Burg Eltz, die hier auch nicht mehr weit sein kann. Tatsächlich steigt der Weg ein Stück an, bis er um einen Felsen biegt und plötzlich die Burg Eltz erhaben auf einer Anhöhe im dicht bewaldeten Tal vor dem Wanderer liegt. Wer die Burg noch nie gesehen hat, so wie ich, der bleibt an dieser Stelle zunächst erst einmal stehen und ist von ihrem Anblick überwältigt.

In jedem Fall sollte man die Burg besichtigen, es lohnt sich! Nach der Besichtigung muss man sich dann entscheiden, wie man weitergehen will. Entweder folgt man an der Burg weiter dem HWW 1 bis Moselkern, dann muss man an der Auffahrt zur Burg rechts die Treppe hinunter. Von Moselkern fährt dann ein Zug nach Treis-Karden. Die andere Möglichkeit ist, wieder ein Stück des Weges zurück zu gehen, bis man wieder auf die Wiese gelangt, an der man zur Burg hinauf abgebogen ist. Von hier folgt man dann dem M des Moselhöhenweges und wandert damit direkt nach Treis-Karden.

Das ist allerdings erst einmal mit einem sehr langen und anstrengenden Aufstieg verbunden - nicht umsonst heißt der Weg Moselhöhenweg. Belohnt wird die Mühe aber durch einen erneuten Blick auf die Burg Eltz, allerdings diesmal aus einer anderen, erhöhten Perspektive. Nach dem Weg durch einen schönen Buchenwald gelangt man, oben auf den Höhen angekommen, auf einen asphaltierten Fahrweg, dem man bis Windhäuserhöfe folgt. An der kleinen Kapelle biegt man links in die Straße ein und muss dann auspassen, dass man den Weg rechts, entlang einer Weide, nicht verpasst.

Bald darauf hat man den ersten Blick hinab auf die Mosel und Treis-Karden - sogar den Bahnhof kann man von hier schon erkennen. Doch bis dahin heißt es erst einmal noch durch die steilen Hänge der Weinterassen hinab ins Tal zu steigen, was ebenso anstrengend sein kann, wie einen Berg hinauf zu steigen. Durch den Ortsteil Karden geht es noch bis zum Bahnhof, wo der Bus zurück nach Roes abfährt.









Drucken  Drucken